Abwasserleitungen werden oft jahrzehntelang nicht beachtet – bis die Rohre verstopfen oder gravierende Schäden auftreten. Austretendes Abwasser kann dabei den Boden sowie das Grundwasser und somit unser Trinkwasser verunreinigen. Sauberes Grundwasser wiederum, das den Leitungen über undichte Stellen zufließt, belastet die Kanalisation und über die Abwassergebühr letztlich Ihren Geldbeutel.

Eine Funktionsprüfung von Hausanschlussleitungen schützt den Hausbesitzer vor möglichen Nässeschäden im Haus, die durch zu spätes Erkennen von sanierungsbedürftigen Abwasserleitungen entstehen können. Sie stellt auch sicher, dass keine Grundwassersschäden auftreten können und sie führt dazu, dass eintretendes Fremdwasser erkannt wird. Deshalb ist die Funktionsprüfung sowohl im Sinne des Hausbesitzers als auch von Umwelt und der Öffentlichkeit, die ein Recht darauf hat, vor austretenden Fäkalkeimen und Haushaltschemikalien (u.a. Putzmittel, Medikamentenrückstände) im Grundwasser geschützt zu werden.

Jeder Grundstückseigentümer ist daher nach dem bundesweit geltenden Wasserhaushaltsgesetz (§ 60 WHG) dazu verpflichtet, seine privaten Abwasseranlagen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu errichten, zu betreiben und zu unterhalten. Betreiber von Abwasseranlagen sind darüber hinaus verpflichtet, den Zustand, die Funktionsfähigkeit, die Unterhaltung und den Betreib der Anlagen selbst zu überwachen. Das nordrhein-westfälische Landeswassergesetz konkretisiert diese Anforderungen: Abwasserleitungen in Wasserschutzgebieten, die vor 1965 erbaut wurden (häusliche Abwässer) sowie Abwasserleitungen mit industrieller oder gewerblicher Nutzung, die vor 1990 errichtet wurden, müssen bis zum 31.12.2015 überprüft werden. Alle anderen Abwasserleitungen in Wasserschutzgebieten müssen bis zum 31.12.2020 geprüft werden.

Außerhalb von Wasserschutzgebieten sind bestehende Abwasserleitungen, die zur Fortleitung industriellen oder gewerblichen Abwassers dienen, für das Anforderungen in einem Anhang der Abwasserverordnung festgelegt sind, erstmals bis spätestens zum 31.12.2020 auf Zustand und Funktionsfähigkeit prüfen zu lassen. Bei einer Erst-Errichtung oder nach einer wesentlichen Änderung von privaten Abwasserleitungen, sind diese unverzüglich zu prüfen.

Zu den privaten Abwasseranlagen zählen alle Leitungen und Schächte auf Ihrem Grundstück. Der Zuständigkeitsbereich endet an der Grundstückgrenze. Auch die Leitungen zum Pumpenschacht, zur Kleinkläranlage oder zur abflusslosen Grube sowie die privaten Druckrohrleitungen unterliegen diesem Gesetz. Nach den Vorgaben des Gesetzgebers müssen aber nur die Leitungen geprüft werden, die im Erdreich oder unzugänglich (z.B. unter der Bodenplatte) verlegt sind und in denen Schmutzwasser (auch vermischt mit Regenwasser = Mischwasser) abgeleitet wird.

Zuständigkeitsgrenzen

(Quelle: visaplan)